Lia Haycraft: Doppelt verlobt hält besser

By Elisa von Versgeflüster - Donnerstag, März 15, 2018

Eine Liebe an der Côte d'Azur.

Isobel Rain liebt ihren Job als Geschäftsführerin der exklusiven Dating-Agentur Diamond Love. Sie liebt auch ihr Leben im französischen Küstenstädtchen Antibes. Doch dann macht ihr ausgerechnet ihr geliebter Onkel einen Strich durch die Rechnung. Und das aus dem Grab heraus: In seinem Testament verfügt er, dass Isobel Diamond Love nur weiterführen darf, wenn Sie innerhalb von sechs Monaten heiratet. Ein Verlobter muss also her. Und dabei hat Isobel zur Zeit nicht mal einen Freund. Vielleicht ist es Schicksal, dass sie kurz darauf Jean-Luc trifft und es zwischen den beiden heftig funkt. Nur dass der smarte Immobilienmakler nichts von Isobels Erbe weiß und auch nicht vorhat in nächster Zeit jemandem das Ja-Wort zu geben. Aber dann kommt sowieso alles ganz anders… (Verlag)


Meine Gedanken

Erst einmal danke an die Autorin für das Leseexemplar! Lia Haycraft hat schon einige Jungendbücher unter dem Pseudonym Eileen Raven Scottt herausgebracht und gibt sehr sympatische Interviews, die man auf ihrem Blog finden kann. 

Aber das hier ist eine Rezension, also soll es auch um das Buch gehen. "Doppelt verlobt hält besser" wirft den Leser mit einem schneller Einstieg direkt ins Geschehen: Isobel Rain leitet die Dating-Agentur ihres verstorbenen Onkels, doch dieser war zu Lebzeiten der Meinung, dass eine solche Agentur nur von einer Frau geleitet werden kann, die ihr eigenes Glück bereits gefunden hat. Daher legt er in seinem Testament fest, dass Diamond Love nur von einer verheirateten Frau geleitet werden darf. Nun bleibt Isobel noch ein halbes Jahr, um ihren Traummann zu finden und ihn zu heiraten, sonst verliert sie ihren geliebten Job. Doch ist das in der kurzen Zeit überhaupt möglich? Wie durch ein Wunder trifft sie schon kurz darauf auf den gut aussehenden Immobilienmakler Jean-Luc, in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Doch der denkt gar nicht daran, Isobel zu heiraten und so legt ihre Deadline dem jungen Glück einen Haufen Steine in den Weg.

Natürlich stellt man sich, wenn man den Klappentext gelesen hat, sofort die Frage, ob das Testament überhaupt so zulässig ist. Jedenfalls habe ich das getan. Darf jemand so etwas in seinem Testament festlegen? Ist das nicht diskriminierend? Nun, ich bin leider kein Jurist und habe keine Ahnung, aber wir wollen das ganze einfach mal so hinnehmen. (Und im Internet habe ich leider auch zu dem Thema nichts gefunden).

Die Handlung des Buches ist sehr rasant, für meinen Geschmack geht dort alles ein wenig zu schnell. Nach knapp einer Woche werden schon Liebesschwüre ausgetauscht. Besonders schade fand ich den großen Zeitsprung in der Mitte des Buches, der dem Leser drei Monate Beziehung von Isobel und Jean-Luc wegnimmt, die vielleicht hilfreich gewesen wären, um beide Charaktere noch ein wenig besser kennenzulernen. Über die Hintergrundgeschichte der beiden erfährt der Leser nämlich ziemlich wenig.

Den Witz und den Charme des Buches machen die unglaublich vielen Missverständnisse, Kommunikationsprobleme und blöden Zufälle aus, die die Beziehung zwischen Jean-Luc und Isobel immer wieder kompliziert machen und das Happy-End herauszögern. Es scheint fast, als würde das Universum es nicht wollen, dass die beiden glücklich miteinander werden, deshalb lässt es übereifrige Tanten Mailboxen mit Nachrichten vollquatschen, die Jean-Luc nicht hätte hören sollen, und Menschen sich in Paris, einer Millionenstadt, zufällig über den Weg laufen. Als Leser fiebert man mit den Charakteren mit und schlägt jedes Mal die Hände über dem Kopf zusammen, wenn wieder ein dummer Zufall passiert, der alles verkompliziert.

Der Schreibstil der Autorin ist bildreich und schafft es, dem Leser das Gefühl von warmen Sommernächten an der Côte d'Azur zu geben, und er ist flüssig genug, um das Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen zu haben. Mir hat ein wenig das Gewisse Etwas gefehlt, dass das Buch aus der Masse von leichten Liebesromanen hervorstechen lässt. Es hätte sich bestimmt noch mehr aus der Idee herausholen lassen.


Kurz gesagt

Eine humorvolle, leichte Lektüre für zwischendurch mit ihrem ganz eigenen Charme, die das Gefühl von warmen Sommernächten selbst dann vermittelt, wenn es draußen in strömen regnet und man sich am liebsten auf der Couch verkriechen möchte. Allerdings hat sie mich auch nicht besonders beeindruckt. Die Charaktere waren für meinen Geschmack etwas zu nichtssagend und die Geschichte lässt auch viel Handlung aus, daher gebe ich gebe 3 von 5 Punkten.

♥ ♥ ♥



Details

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